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El Chorro

sunny 42 °C

Nun ist langsam der Zeitpunkt gekommen, wo das Gitarre spielen, Jonglieren, Sonnen, Baden, Kinderbespaßen, Dorf erkunden Lesen und Lernen mal aussetzt. Ab Montag geht’s endlich wieder zurück an die Schulbank. Wird bestimmt witzig. Die Schuldirektoren sind unheimlich Freundlich und Hilfsbereit. (2 die gleichwertig, nebeneinander alles Regeln. Sollte man bei uns vielleicht auch einführen für überbevölkerte Berufsgruppen)
Damit ich nicht ganz so das bunte Huhn spiele, lass ich mir gerade meine erste Schuluniform schneidern. (Lange Hose, Hemd und Schlips!). Auch der Schneider legt sich extra ins Zeug damit das noch rechzeitig klappt. Da klingelt man eben mal Abends um Zehn, weckt ihn und der ist trotzdem der
pure Sonnenschein, obwohl er in den letzten Wochen 400 solcher Sachen genäht hat. Da kann es dann eigentlich losgehen....Fehlt nurnoch die Zuckertüte.
Jop wird aber soundso wieder mal ein Sprung ins Kalte, da ich dem Spanischen noch nicht so mächtig bin. Es taten sich auch ständig
vertretbare Gelegenheiten auf, das Lernen zu verschieben. Aber durch das Leben mit Leuten auf Land weiß ich zumindest wie ich nach einer Schubkarre fragen, mich nach dem befinden der Hühner und Pferde erkundigen und natürlich über Essen reden kann. Also bin ich der Stadttyp der wie ein Landjunge redet. Nee, natürlich sind das nicht alle grenzwertigen Erlebnisse.
Apropos kaltes Nass: Letzte Woche haben wir die Skier getestet. Nach einer halben, kraftraubenden Stunde kam dann die Einsicht, dass das dann doch wohl Kinderskier sein werden und sie es nicht vermögen 75 Kilo aus dem Wasser zu heben. Also bekamen sie je 2, nicht so schicke, aber immerhin futuristisch anmutende Leisten an die Seite. Schwupptiwupp konnte ich nun einen Meter über die Wellen gucken, die mir vorher nur im Mund rumgurkelten, aber naja so richtig rockt das noch nicht. Da muss wohl noch Styropor drunter....(es gibt übrigens bald schönere und mehr Bilder, wenn meine kleine Canon dann dank und mit Elli dann hier eintrifft)
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iso23 lässt grüßen....
Kimberlyn & Juli kamen auch noch vorbei, und wir machten uns auf, den Chorro, so heißt der Kaskadenwasserfall hier in der Nähe, zu besuchen. Das sind 2½ h Wandern die aber am Ende das Ziel umso lohnender machen. (klingt nicht nach Viel, geht aber, bei 36° & Schwüle, nur bergauf).
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Außerdem hab ich endlich Zigarren gefunden. Ziemlich versteckt auf solch einem, zum verlaufen genial geeignetem, buntem Sonntagsmarkt und auch nur in der nächstgrößeren Stadt. Die Märkte sind hier jeden Tag, nur Sonntags halt um einiges größer. Dabei rücken die Verkäufer aus dem Ganzen Departamento(=Bundsland)¬ an.¬ Auf jedenfall fand ich mein qualmendes Glück auf jenem: 5 Zigarren für 25 Cent. Zusammen versteht sich. Hier Stirbt man wenigstens erst und wird nicht vorher sinnlos arm. Und noch dazu solche „2€ Schuhe“, wie sie es bei uns auch in der Slowakei und Ungarn gibt. Zwar für umgerechnet 3 Euronen, aber vielleicht ist es von hier nach China weiter.¬ Was noch witzig ist, wenn sich die Klamottenverkäufer des Marktes wieder mit neuen Sachen eindecken, kaufen sie nicht nach Katalog oder dergleichen sondern Tonnen! Also eine Frau verkauft 4 Tonnen Sachen pro Monat und bekommt halt für 500€ diesen riesen Klumpen. Und da ist dann alles dabei: von Guchy bis Armoni:)
Natürlich weiß man selten was ein Einheimischer zahlen würde, vor kurzem wollte ich mir eine Sim kaufen und ging ins Handygeschäft. Der Verkäufer lächelte vertrauenswürdig und meinte die würde 100 Quetzales kosten. (Das sind 10€ aber in der Kaufkraft entsprechen die hier 40 bis 80€). Da klingelte das Telefon, der Mann ging ran und rief seine Assistentin die mich folgend bediente... Also auf ein Neues los stottern: „Una carta de Sim por favor.“ “Ello, 50 Quetzales bliiiies.” Also kurz Blöd geguckt und dann mit freudigem Blick schnell bezahlt bis da noch ein Dritter 200 haben will. Übrigens muss man schon ein ziemlich standfestes Spanisch vorbringen, wenn man verhindern will, dass Wildfremde ihre Englischkenntnisse an einem austesten. Beliebt scheint es unter Jüngeren auch zu sein, nachdem man lang erklärt hat das man nicht aus den USA kommt, ein „Eil Itler“ hervorzubringen. Da die hier kein „H“ sprechen, und es somit auch nicht können, muss man schon etwas grinsen, noch dazu kommt das so überraschend und bezugslos, dass man so jemand nix Böses unterstellen kann. Find ich aber trotzdem ganz schön daneben. Die Leute hören sowas halt im Zusammenhang mit Allemanja zum Beispiel in der Schule, und wollen dann gleich alles ausplappern was sie da wissen. Aber höchstwahrscheinlich kommt es auch öfter vor, dass in Deutschland ein indischer Hindu nach Saddam gefragt wird. Auch ist es mal recht lustig was unser Land ausmacht. Auf jedenfall BMW, nebst allen anderen Autofirmen, und Autobahnen auf denen man so schnell sein darf, wie man kann. Jener Gestörte der Einfälle pinselte, willige blonde Frauen und auch noch BAYER, da die Leute hier ganz schön Tabletten besessen sind. Da werden wirklich ziemlich absatzstark Beruhigungsmittel und Antibiotika (bestimmt vieles nur Fake-Placebos) auf diversen Marktischchen vertrieben.
Achjagenau, die Medikamente erinnern mich da noch an was:
Damit ich abends nach Lust noch ein wenig lesen kann, richtete ich mein Zimmerstrahler auf mein Kopfkissen. Vor kurzem lag ich so im Bett, las und trank selbst gepflügten Tee. Rüdiger Nehberg schilderte mir im präzisem wie man wundervoll Zähneziehen und Wundenvernähen an überfahrenen Hunden und Katzen trainieren kann. Da ging (mal wieder) der Strom weg. Also Kerze raus und diese Lektüre ein Stück romantischer gestalten.....
Nun haben wir da fünf Uhr nachts. Mein Traum schweift von etwas belanglosem Angenehmen um und ich wache recht verwirrt auf mit dem Gedanken an Herrn Nehberg mit seiner Kombizange über mir und gleißendes Zahnarztlicht brennt mir in den Augen. Aber irgendwie war das so real? Jaaaaa. Hm, so ein Schwachsinn passiert unseren stromverwöhnten Köpfen. Wer denkt auch schon daran den Lichtschalter umzulegen wenns Licht schon aus ist....Aber wann der Strom hier kommt und geht ist nie so sicher, da fängt auch mal der vergessene Mixer an sich urplötzlich wie wild hinter einem zu drehen oder Bob Marley zeigt auf einmal was er kann. Ansonsten steppt hier weiterhin der Bär und ich kann mich nich beklagen.

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Posted by philipo 17:12 Archived in Guatemala

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