A Travellerspoint blog

El Chorro

sunny 42 °C

Nun ist langsam der Zeitpunkt gekommen, wo das Gitarre spielen, Jonglieren, Sonnen, Baden, Kinderbespaßen, Dorf erkunden Lesen und Lernen mal aussetzt. Ab Montag geht’s endlich wieder zurück an die Schulbank. Wird bestimmt witzig. Die Schuldirektoren sind unheimlich Freundlich und Hilfsbereit. (2 die gleichwertig, nebeneinander alles Regeln. Sollte man bei uns vielleicht auch einführen für überbevölkerte Berufsgruppen)
Damit ich nicht ganz so das bunte Huhn spiele, lass ich mir gerade meine erste Schuluniform schneidern. (Lange Hose, Hemd und Schlips!). Auch der Schneider legt sich extra ins Zeug damit das noch rechzeitig klappt. Da klingelt man eben mal Abends um Zehn, weckt ihn und der ist trotzdem der
pure Sonnenschein, obwohl er in den letzten Wochen 400 solcher Sachen genäht hat. Da kann es dann eigentlich losgehen....Fehlt nurnoch die Zuckertüte.
Jop wird aber soundso wieder mal ein Sprung ins Kalte, da ich dem Spanischen noch nicht so mächtig bin. Es taten sich auch ständig
vertretbare Gelegenheiten auf, das Lernen zu verschieben. Aber durch das Leben mit Leuten auf Land weiß ich zumindest wie ich nach einer Schubkarre fragen, mich nach dem befinden der Hühner und Pferde erkundigen und natürlich über Essen reden kann. Also bin ich der Stadttyp der wie ein Landjunge redet. Nee, natürlich sind das nicht alle grenzwertigen Erlebnisse.
Apropos kaltes Nass: Letzte Woche haben wir die Skier getestet. Nach einer halben, kraftraubenden Stunde kam dann die Einsicht, dass das dann doch wohl Kinderskier sein werden und sie es nicht vermögen 75 Kilo aus dem Wasser zu heben. Also bekamen sie je 2, nicht so schicke, aber immerhin futuristisch anmutende Leisten an die Seite. Schwupptiwupp konnte ich nun einen Meter über die Wellen gucken, die mir vorher nur im Mund rumgurkelten, aber naja so richtig rockt das noch nicht. Da muss wohl noch Styropor drunter....(es gibt übrigens bald schönere und mehr Bilder, wenn meine kleine Canon dann dank und mit Elli dann hier eintrifft)
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iso23 lässt grüßen....
Kimberlyn & Juli kamen auch noch vorbei, und wir machten uns auf, den Chorro, so heißt der Kaskadenwasserfall hier in der Nähe, zu besuchen. Das sind 2½ h Wandern die aber am Ende das Ziel umso lohnender machen. (klingt nicht nach Viel, geht aber, bei 36° & Schwüle, nur bergauf).
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Außerdem hab ich endlich Zigarren gefunden. Ziemlich versteckt auf solch einem, zum verlaufen genial geeignetem, buntem Sonntagsmarkt und auch nur in der nächstgrößeren Stadt. Die Märkte sind hier jeden Tag, nur Sonntags halt um einiges größer. Dabei rücken die Verkäufer aus dem Ganzen Departamento(=Bundsland)¬ an.¬ Auf jedenfall fand ich mein qualmendes Glück auf jenem: 5 Zigarren für 25 Cent. Zusammen versteht sich. Hier Stirbt man wenigstens erst und wird nicht vorher sinnlos arm. Und noch dazu solche „2€ Schuhe“, wie sie es bei uns auch in der Slowakei und Ungarn gibt. Zwar für umgerechnet 3 Euronen, aber vielleicht ist es von hier nach China weiter.¬ Was noch witzig ist, wenn sich die Klamottenverkäufer des Marktes wieder mit neuen Sachen eindecken, kaufen sie nicht nach Katalog oder dergleichen sondern Tonnen! Also eine Frau verkauft 4 Tonnen Sachen pro Monat und bekommt halt für 500€ diesen riesen Klumpen. Und da ist dann alles dabei: von Guchy bis Armoni:)
Natürlich weiß man selten was ein Einheimischer zahlen würde, vor kurzem wollte ich mir eine Sim kaufen und ging ins Handygeschäft. Der Verkäufer lächelte vertrauenswürdig und meinte die würde 100 Quetzales kosten. (Das sind 10€ aber in der Kaufkraft entsprechen die hier 40 bis 80€). Da klingelte das Telefon, der Mann ging ran und rief seine Assistentin die mich folgend bediente... Also auf ein Neues los stottern: „Una carta de Sim por favor.“ “Ello, 50 Quetzales bliiiies.” Also kurz Blöd geguckt und dann mit freudigem Blick schnell bezahlt bis da noch ein Dritter 200 haben will. Übrigens muss man schon ein ziemlich standfestes Spanisch vorbringen, wenn man verhindern will, dass Wildfremde ihre Englischkenntnisse an einem austesten. Beliebt scheint es unter Jüngeren auch zu sein, nachdem man lang erklärt hat das man nicht aus den USA kommt, ein „Eil Itler“ hervorzubringen. Da die hier kein „H“ sprechen, und es somit auch nicht können, muss man schon etwas grinsen, noch dazu kommt das so überraschend und bezugslos, dass man so jemand nix Böses unterstellen kann. Find ich aber trotzdem ganz schön daneben. Die Leute hören sowas halt im Zusammenhang mit Allemanja zum Beispiel in der Schule, und wollen dann gleich alles ausplappern was sie da wissen. Aber höchstwahrscheinlich kommt es auch öfter vor, dass in Deutschland ein indischer Hindu nach Saddam gefragt wird. Auch ist es mal recht lustig was unser Land ausmacht. Auf jedenfall BMW, nebst allen anderen Autofirmen, und Autobahnen auf denen man so schnell sein darf, wie man kann. Jener Gestörte der Einfälle pinselte, willige blonde Frauen und auch noch BAYER, da die Leute hier ganz schön Tabletten besessen sind. Da werden wirklich ziemlich absatzstark Beruhigungsmittel und Antibiotika (bestimmt vieles nur Fake-Placebos) auf diversen Marktischchen vertrieben.
Achjagenau, die Medikamente erinnern mich da noch an was:
Damit ich abends nach Lust noch ein wenig lesen kann, richtete ich mein Zimmerstrahler auf mein Kopfkissen. Vor kurzem lag ich so im Bett, las und trank selbst gepflügten Tee. Rüdiger Nehberg schilderte mir im präzisem wie man wundervoll Zähneziehen und Wundenvernähen an überfahrenen Hunden und Katzen trainieren kann. Da ging (mal wieder) der Strom weg. Also Kerze raus und diese Lektüre ein Stück romantischer gestalten.....
Nun haben wir da fünf Uhr nachts. Mein Traum schweift von etwas belanglosem Angenehmen um und ich wache recht verwirrt auf mit dem Gedanken an Herrn Nehberg mit seiner Kombizange über mir und gleißendes Zahnarztlicht brennt mir in den Augen. Aber irgendwie war das so real? Jaaaaa. Hm, so ein Schwachsinn passiert unseren stromverwöhnten Köpfen. Wer denkt auch schon daran den Lichtschalter umzulegen wenns Licht schon aus ist....Aber wann der Strom hier kommt und geht ist nie so sicher, da fängt auch mal der vergessene Mixer an sich urplötzlich wie wild hinter einem zu drehen oder Bob Marley zeigt auf einmal was er kann. Ansonsten steppt hier weiterhin der Bär und ich kann mich nich beklagen.

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Posted by philipo 17:12 Archived in Guatemala Comments (0)

Zacapa

sunny 39 °C

Langsam lebt man sich hier ein. Das ist schon an vielen (alltäglichen) Dingen zu sehen. Zum Beispiel ist man nicht mehr so erstaunt über Verhaltensweisen oder Bräuche. Zum Bespiel das Schwein was hier unter unserem Fenster geschlachtet wurde war solch ein Kulturschock. (eins wurde auch mal Nachts um 3 getötet, mit einhergehender Schlaflosigkeit des Grigos) Aber neulich fühlte ich mich da nicht mehr so aufgewühlt und hatte es nach 10 Minuten wieder vergessen. Oder ganz kleine Sachen.... nur allzu oft ist es passiert, dass man neben dem Vater steht und langsam beginnt den Faden zum erratenem Gespräch zu verlieren, den Blick abschweifen lässt und dabei ne Echse entdeckt. Und kleinkindergleich geht sofort der strahlende Blick, mit Glitzern in den Augen, in Richtung Umherstehende: „Guckt mal schnell! Ne EIDECHSE!“ ....die unter den Leuten die das sprachlich nich verstanden haben, schauen mitgerissen auf den gezeigten Fleck, und nach 5-6 Sekunden schweift der gelangweilte Blick wieder zurück, man wird fix von oben bis unten gemustert, und dann folgen äußerst höfliche Fragen nach meinem Alter und meinem Wohlbefinden.
Ja das ist langsam abgeharkt, schon weil man an manchen Tagen so zwischen 20 bis 30 Echsen sieht.
Man gewöhnt sich auch ab, Leute die zwo Schießeisen & dazugehörigen Magazinen am Gürtel haben perplex anzustarren. Oder der Typ der hier in unserer Zwischenstation zur Stadt manchmal mitwohnt, als der mir stolz seine Knarre, Hundekampfvideos oder Kampfhähne zeigte, oder von den beiden Leuten erzählte die er in den Staaten bei seinem Dealen weggeballert hat, stand ich schon recht fassungslos und geladen herum. Aber irgendwie merkt man dann nach ner Weile, dass der wirklich psychisch was weg hat und gar nicht anders kann, als solch einen Scheiß in seinem Kopf toll & respektwürdig zu finden. Dann kommt sogar Mitleid auf, dass er wirklich so ein beschränktes Bild und Emotionen besitzt und nur solche durch Andere erfahren hat. Ja, nicht das man sich an solche Geschichten gewöhnt (oder das überhaupt will), nur erschrecken die nach einer Weile nicht mehr so dolle, aber trotzdem spürt man die Kriminalität nicht so wie sie überall beschrieben ist, die meißten Morde passieren soundso nur weil zwei Spitzbuben Probleme miteinander haben.
Aber die penetranten und Charts pflegenden Boxen in Autos oder auf Märkten flucht man schon gerne mal weg:-). Und aufgebohrte Auspuffe sollte man nun wirklich verbieten. Man springt da schonmal zur Seite wenn der Mopedfahrer wiedermal Gas gibt, da man glaubt das sich die Enterprise mit Warp 9 ankündigt. Aber erst 2 Motorradfahrer mit Helm hab ich gesehen, so das man sich dann doch manchmal bei bösen Gedanken ertappt. Aber echt nichmal die Polizei trägt Helme auf ihren Motorrädern! Ich will garnich wissen, wie sich denn eine Hummel bei 80, schön zwischen den Augen platziert, anfühlt. Aber scheinbar passiert so etwas zu selten, ich weiß nur das die Mücken beim Elbradweg schon unschön sind. Und soundso gibts anscheinend keine Verkehrsregeln, wenn eins der Autos größer ist, fährts halt zuerst oder, wie heut gesehn, winkt der Busfahrer durch das große Loch in seiner zersplitterten Frontscheibe den anderen rein:).
Auf der Strecke ins Dorf fährt man ein Stück auf einer neugeteerten Straße (von ausländischen Investoren, Teerstraßen gibts selten in der Stadt) und da seh ich nen Alten Cowboy der mit seinem Pferdchen eine Maisladung wegkarrt und vorbei fährt ein Porsche Geländewagen mit getönten Scheiben, Spinners, Unterbodenbeleuchtung und betäubender Ekelmugge. Mal ein Bild unter dem der Gipfel in Davos tagen sollte. Achgenau, was noch dazu passt: Neulich wurde mir von nem Typ erzählt, der richtig von der Verwaltung aus, in der Stadt rumzuspaziert um jeweils nach einem Tag einen Stadtteil das Wasser abzudrehen und, dieses begrenzte, dem anderen zur Verfügung zu stellen. Was soll den das? (und so was in einem Land das einen Haufen Süßwasserseen, große Flüsse und natürlich eine wichtige eigene Computerindustrie besitzt. Taugt der Mensch denn nich für Investitionen?)
Schade wirklich das so eine schreiende Ungleichheit, Ungerechtigkeit und Kurzsichtigkeit das Leben in den Städten begleiten, da (oder etwa weil?) dieses Leben umso bunter und facettenreicher gerade dort stattfindet. Die Märkte sind immer voller Trubel und überall wo man hinsieht gibts was zu beobachten. An sich wirklich erlebenswert und mitreißend. Der Großteil ist im einzelnen sehr nett und hilfsbereit und scheint recht zufrieden. Man hat aber das Gefühl, dass die Stadt so doch niemals auch nur ein weiteres Jahr überlebt, ohne logistisch, ökologisch und demografisch über ihre schon längst erreichten Grenzen zu platzen, deswegen ist mir das jahrtausende lang erprobte Landleben lieber, das im Gegensatz dazu überschaubar, wenn nicht sogar berechenbar daherkommt. Ich bin gespannt wie ich das alles in ein paar Monaten sehen werde, aber momentan könnt ich mir nie vorstellen in einer Lateinamerikanischen Großstadt zu leben.
Letztes Wochenende war Juli mit uns nach Zacapa, Chichimula und Eskipula gekommen. Dort waren wir lange auf dem Markt und bei der Kirche des Schwarzen Jesu. Erstmal der halbe Markt ist voll von Jesuskitsch und bestimmt zweitausend Leute standen in einer ewig langen, aber geduldigen Schlange vor der Kirche um die Statue aus dunklem Holz einmal sehen zu können. Dann gings zurück nach chichimula, was bis jetz die „hübscheste“ Stadt war. Dort haben wir für zusammen 3,50€ mit Swimmingpool ein Zimmer bekommen. Jou, nun werden wir erneut nach Las Lajas fahren und dort schön abgeschieden die Zeit verbringen.:)
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Posted by philipo 09:36 Archived in Guatemala Comments (1)

Las Lajas & Gúalan II

overcast 26 °C

Heho Zuhaus. Da schein ich ja nochnichmal nen Winter zu verpassen, höchstens Drachensteigwetter. Mein Silvester will ich nochmal kurz schildern. Den Tag davor hat ich Probleme mit meinem Bauch (Was ja nach auswärtigem Amt auf jeden Mittelamerikabesucher einmal zukommt:-). Irgendwie wollt ich mich nich wirklich Bewegen und konnte mich nur schwer von meinem Stuhl trennen...aber nachdem ich Oben bei Erika (auf meinem Telephonberg) ne Bauchmassage und sehr seltsame und zähe Pflanzenextrakte mit Kaffee vermischt bekommen hatte, gings so gut das ich mit Durchfall ins neue Jahr gerutscht bin(:...erst einige Tage danach hat mein Bauch den Jahreseinstieg schön gefunden....
Aber die Leute auf dem Berg wohnen echt einfach...die müssen ihr Wasser vom Fluss immer hoch zu ihrem provisorisch zusammengezimmerten Hüttchen schleppen. Acht Jahre wohnen die nun schon dort und haben kein Klo! Und natürlich kein fliessend Wasser. Nur so ein Spot am Hang:) Leben tun sie von ihrem Maisfeld und den Söhnen in den Staaten. Dabei, so glaub ich, nich schlecht nur halt einfach.

So, nun hat der Fluss endlich wieder die Straße in die Stadt friegegeben. Nach den Wasserfällen stürzte der, sich sonst so friedlich Bahnende, mit dunkelbrauner Färbung bergab und riss auch so manches Pälmchen mit. Aber zum Glück ist die Büchersammlung hier bei meinem Vater in meinem Geschmack und durch die Leute wirds auch alles andere als langweilig. Habs sogar mal nach langer Zeit geschafft, für die Frau Mutter zum Geburtstag ein Kuchen zu backen.. deswegen erwähnenswert, da das mein erster Kuchen im Lagerfeuer war....Kuchenform auf Steine im Topf und den in die Flammen....klappt echt gut, außerdem recht unbekannt und umso beliebter bei den Kiddis, das tröstet vielleicht den Kuchenempfänger das er nix abbekommen kann:) Soundso macht das Essen hier spaß, da es ein Haufen Früchte und Malzeiten gibt, die einen von diesen Geschmacksfasching in den nächsten stürzen. Auch der Solarkocher geht tierischst los und is dazu die Öko-Kochvariante schlechthin, bloß etwas wetterabhängig. Nahezu jeden Morgen gibts, im Mixer vermixt, Kokosnussfleisch & Milch + Milchpowder + Haferflocken + Banane und nachher noch leckeres Müsli reingestreuselt. Wird auch nicht langweilig....aber so ein Mixer is hier echt ne feine Sache. Noch ein Beispiel wären die vielen Nanen, darunter Platanos, sind stärkereichere Bananen und die in den Mixer mit Kakao und nem Schluck heißer Milch, & vola der schönste Schokopudding. Ansonsten ergänzen Termalis, Tortillas con Frijoles(Bohnen), Mahar (indigenes Gericht: Mais-Reis-Zucker-Zimt-Vanille-Milchschleim, sehr lecka) und Dürum-ähnliche Torlillas die Standardsachen. Soviel mal zum Essen.
Wenn ihr euch fragt was ich so denn den ganzen Tag mache: neben lesen, lernen und den Kindern, füllen ganz viele kleine Sachen die mich erfreuen die Tage, bloß erscheinen die mir zu plump um jede hier einzeln zu schildern.
Solche Wasserskier hat der Vater irgendwo ausgegraben, nachdem ich die nun Besprüht hab, wolln wir mal gucken ob das geht mit: am Seil auf dem Fluss rumfahren.
Hier gibts ein paar Bilder und Videos, nächste woche kommen dann paar mehr, mein Handy will nich mehr so recht mit dem Pc sprechen, deswegen werd ich den Duo-chip im Copyshop lesen müssen:
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Ab übernächster Woche werd ich öfters in die Schule der Stadt gehen. Und mich später an einem kleinen Englischkurs, an dem hier Interesse gezeigt wurde, versuchen.... mal sehen ob mein Spanisch reicht um was zu vermitteln...sogar der Pfarrer will kommen :-|
Aber die Landschule ist niedlich: es gibt genau eine Lehrerin und eine Klasse. Jeder, ob nun Erste oder Sechste besucht diese Klasse und lässt sich nur andere Aufgaben geben....wegen mangelnden Perspektiven gehen auch manche „6.Klässler“ einfach weiter in die Schule und machen ihre Aufgaben noch mal oder helfen den anderen. Also ich hab Respekt vor der Lehrerin!
Bilder werden bald kommen....hoffich:)
Schönen Gruß

Posted by philipo 09:18 Archived in Guatemala Comments (1)

Gúalan & Las Lajas

sunny 33 °C

Seit zwei Wochen nun bin ich bei meinem Paps auf dem Lande, den ich dann noch letzendlich in Corazal angetroffen hab. Sind dann über St. Helena, in die Nähe von Gualán, Zacapa.
Las Lajas Tal (mein Telefon Spot)
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Sieben Stunden nach euch war hier dann auch bald Heiligabend. Wirkt aber eher komisch, wie nachts ein Bär im Meer, nur mit Mühe sichtbar, seltsam interessant aber beim nächsten blinzeln weg geschwommen.(Metapher geht an „pan aroma“. Eh David, hier hat man mich gefragt, warum ich denn ein Buch über Brotgeschmack lese:-)
Und durch die Knaller (hier wird eher zu Weihnachten als Silvester geböllert) stellt sich keine wirklich behagliche Stimmung ein. Aber zum Essen n wir eingeladen. Mit Palmenblättern umwickelte Maisklöße um Hühnchenfüllung. (Tarmalis con pollo) Is ganz lecka, und nachher spielten wir dann unter den Sternen schönste Sachen. War lange her, als ich mich das letzte mal zu Abklatschspielen, Verstecken, usw. entspannt hab. War sehr hübsch!
....hier mal ein paar Bilder die so über die Tage entstanden sind:

brotsession1.jpgbrotsession2.jpg10min_altes_Kalb.jpgcheppe.jpgerica_mit_mutter.jpg-kuhandel.jpgKokospalme.jpgesperanza_schrecke.JPGmarleni.jpg-taquasin_ratte.jpgSt_bchentier.JPG
erica_in_ihrer_h_tte.JPG


Hab vorhin noch schnell nach einwöchiger Abstinenz meinen letzten Part des Zehners zu nem Käffchen plattgemacht. Als Film-Musik geb ich mir nu gerade Flashbulb damit meine Finger die Tasten schneller finden(:
Fühl mich aber sehr wohl, hätte nie damit gerechnet, dass soviel soziale Kontakte mich erwarten…. Dachte für den Anfang mehr an einfach-einsames Landleben mit viel lesen. Aber umso bessa.
Eh Ronny Tiere gibt’s hier, so abgefahrene Entwicklungen. Übels viele Geckos laufen herum die so ein halb klappendes wie auch lachendes Geräusch (GäckGäckGäck) von sich geben - überhaupt Echsen, mache bis fast 30zentimeter Körper, Skorpione, Fledermäuse, Kolibris!, Vogelspinnen und Schlangen sieht man manchmal. Auch am Start sollen sogar Jaguare sein. Tierischst seltsame Insekten. Zum Beispiel so ein Zweigvieh. Vielleicht 20-30zent. groß, total dünn. Sieht halt aus wie ein Ast mit Zweigen und wenn man das anfässt stellt sich das so leblos, dass es sich anfühlt wie ein Stöckchen und auch genauso starr is sodass man wahrscheinlich damit im Sand schreiben könnt. Beim Krabbeln wackelt das wie ein Zweig im Wind (vorzurück-vorzurück) ganz langsam ein Beinchen vor das andere setzend:)
Ist auf jedenfall unheimlich interessant und witzig mal von hier auf die Welt zu gucken, obwohl ich schon Salami, jeden von euch und schönstes dunkles Sonnenblumenkernbrot vermisse. (sogar auf Salami Pizza is nur Jagtwurst-Irgs!)
Noch was muss gesagt werden: Solche suspekten Ami-Kirchen stehen in jedem Dörfchen- richtig wie im Film.... vorne steht einer mit theatralischer Mine, geschlossenen Augen und erzählt von seinem erlösendem Erlebnis. Die ganze Menge sitzt dabei aufgeregt auf ihren Plastikstühlen und Ruft in Trance (bei Enya Musik) ständig Worte der Zustimmung rein und manchmal passiert es, dass ne korpulente Dame gestützt werden muss oder hechelnd zu Boden geht. Ich konnts da nich lange aushalten sonst hätt mich mein ununterdrückbares Grinsen und kichern hier etwas ins schlechte Licht gerückt(-: Die Menschen sind halt einfach mal viel jetzlebiger direkter und „einfacher gestrickt“.
Und Pflanzen umringen alles, die dem Natur-Begriff mal die alte und urtümliche Ehre geben. Leider will niemand davon etwas wissen. Im Bus steht zum Beispiel „Sei kein Schwein, wirf dein Müll aus dem Fenster!“ Die Menschen sehen nur den neuen tollen I-Pod im Fernseher oder Kino und werden nur schwer davon abzubringen sein, dass Zeug auch zu wollen. (liegt ja auch selten im Interesse der großen Konzerne)
Trotzdem ist die Natur hier so mächtig im Leben involviert, dass sie überall zu spüren ist. Man schmeckt und riecht hier nahezu ständig Auferstehung und Verfall, den Kampf um den Stärkeren – alles ist in Bewegung. (Mischi, wie hieß der? Der Kinski Typ - Werner Herzog? –erinnert mich sehr an den:) Dabei lassen sich pflanzen nicht von Beton und Tiere (zu mindest die kleinen) nicht vom Menschen aufhalten. Was bei uns an Geldern für Begrünen oder Bepflanzung ausgegeben wird, müssten die Leute in ihre Häuser stecken, um die Dinge instand zu halten, die überwuchert, weggespült oder angefressen sind. Aber dass is hier natürlich wurst. Zum einen weil wahrscheinlich das Verhalten der Natur abfärbt und man damit eigentlich nur den nächsten Tag im Kopf hat, (viele können sich auch keine anderen Gedanken leisten) oder aber weil das Leben auch so spaß macht, und andrerseits weil viele nur schnell von hier weg- und in den reichen norden, Geldverdienen wollen. Wenn man sich das so anguckt scheint das auch gut zu funktionieren. (in den 90 Seelendorf Las Lajas ist das ziemlich krass, das sind gleich mal an die 20 Leute, meist die älteren Söhne der Familien mit „Kojoten“ für 3000$ über die Grüne Grenze und „sponsern“ ihre Leute)
Ein Blick in irgendeine Stadt würde trotzdem jeden Architekten, Elektriker oder Statiker wie vielleicht auch Landschaftsarchies umhauen. Aber natürlich wollt ich auch mal weg von diesem ordentlichem Deutschland, und auch so hätt ich damit nicht so das Problem. Aber wie die Menschen zusammenleben ist bemerkenswert. Da der Fernseher (bzw. Strom) nicht überall vorhanden ist und auch nicht wirklich benötigt wird, kann niemals ein deutscher Dauercamper-Zeltplatz mit dem sozialen Geflecht mithalten, dass hier herrscht!! In der Zeit hier hab ich schon hören-sagen-Sagen gehört, die hier Seiten füllen würden.
Ich hoff beim nächsten mal wird der text nicht so unzumutbar lang, aber wenn man sich selten wirklich äußern kann, steigt der Kommunikationsbedarf:-). Aber langsam deute ich schon manche Wörterfluten richtig – und durch die vielen Kuhhandelpartien kann ich schon ein paar Zahlen. Euch allen nen guten Start in dieses Jahr:-)

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...die Bilda hab ich jetz hier noch nich reingemuhlt, müssten aber mit hier auf der Seite liegen...
gmx.net hat aus irgendeinem Grund meinen eMail-Account gelöscht...deswegen bin ich ersteinmal bei Yahoo.....und leider muss ich erstmal gucken ob ich irgendwie an die Mails kommen, falls mir jemand in den letzten zwo Wochen was geschrieben hat, wärs Spitze wenn ihr die nochmal schicken könntet...dankschön
machtsjuut, Tschöö

Posted by philipo 08:16 Archived in Guatemala Comments (1)

Corazal

Belize 9 Uhr - wieda allein

semi-overcast 25 °C

Bin nun schon in Belize, obwohl das erst für Morgen geplant war, aber nuja...Hab nun auchnoch dem Jakob gestern tschüss gesagt, und mich auf den Weg nach Corazal gemacht. Unterwegs wurde ich sehr angenehm von einem Jamaikaner unterhalten, der echt so schön ansteckend gelacht hat... unglaublich, da ließ ich mich einfach mal mitreis(s)en... auch sein Tai gab der Situation ihre würze...
Corazal ist nun endlich mal nich ganz so voller Touristenkitsch den dir jeder in die Taschen stopfen will, dafür war das nich so doll dann gestern allein draußen
herumzustolpern. Is sehr anstrengend sich ständig die Leute vom Hals zu halten die einem hier irgendwas ab-oder andrehen wollen. Dafür ist die Familie wo ich wohne umso gastfreundlicher. Hab mich mit dem Sohnemann gestern über Filme unterhalten, und sein Lieblingsfilm hieß HowHigh! Sonst kannte er nur noch Dirty Dancing und Star Trek....kuwle Mischung. Soooo, werd dann mal nach mein Vater suchen... das Haus zu dem er mich geschickt hat ist letzte Woche zusammengefallen, auchso wars schon schwer zu finden, da auch bei der Telefonnummer eine Ziffer fehlte... und Hausnummer und Straße gibts hier soundso selten. Mit den Bildern scheint das Problem mit USB ernster zu sein als ich dachte...aber nuja, meine Cam is soundso schlechter als recht. Bis auf weiteres...hasta luego
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Posted by philipo 01:00 Archived in Belize Comments (1)

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